Eine Ansage dazu, die Flächen „effektiver zu nutzen“

Bürgermeister Albert Hadersbeck bei seinem gut einstündigen Bericht. Foto: jj
Das Grundstück beim Rösch, wo Wohnanlagen errichtet werden sollen. jj

23 Wohnanlagen gibt es in der Gemeinde Altenstadt. Das ist mehr als in Gemeinden ähnlicher Größe. Diesen Vergleich stellte Bürgermeister Albert Hadersbeck an, als er auf der Bürgerversammlung das Thema Wohnraum in den Mittelpunkt rückte. Sein Credo lautet: Flächen „effektiver nutzen“.

Eine Verdichtung werde auch auf dem Rösch-Areal zwischen Friedhofsweg und Jahnstraße angestrebt, wo Anlagen mehr als 30 barrierefreien Wohnungen entstehen sollen. Doch das sei „gar nicht so einfach“ kommentierte Hadersbeck vor den 90 Zuhörern, die sich zur Bürgerversammlung im Gasthaus Janser in Schwabniederhofen eingefunden hatten.

Die Fachbehörde – und damit hatte er den Denkmalschutz gemeint – „ist nicht unserer Meinung“, fuhr Hadersbeck fort. Ihr geht es um die Sichtbeziehung zur Basilika und um den dörflichen Charakter. Doch der Bürgermeister verwies andererseits darauf, dass  mitten in Altenstadt am Molkereiweg bereits eine 28 Meter lange Wohnanlage und an der Alpenstraße gar eine mit 38 Meter Länge steht.

„Unsere Gemeinde wird sich weiter verändern“, wandte sich Hadersbeck an die Zuhörer im Saal. Er veranschaulichte mit Karten den Flächenverbrauch der letzten 50 Jahre und schlussfolgerte daraus: „Wir werden dazu kommen müssen, Flächen effektiver zu nutzen“. Auch die 120 Reihenhäuser in Altenstadt und  Schwabniederhofen seien Beleg dafür, dass es schon bisher eine Verdichtung gegeben habe. Im Übrigen seien Reihenhäuser und Doppelhäuser eine gute Möglichkeit, bei etwas geringeren finanziellen Mitteln Eigentum zu schaffen.

Mit Asylbewerbern 3500 Einwohner
Die Gemeinde Altenstadt hat Ende letzten Jahres inklusive der knapp 120 Asylbewerber in der großen Gemeinschaftsunterkunft die Marke von 3500 Einwohnern erreicht. Sie steht damit nach den fünf großen Orten im Landkreis, die alle über 10 000 Einwohner haben, und nach Hohenpeißenberg an siebter Stelle im Landkreis Weilheim-Schongau.

„Wir haben ein relativ kompaktes Gemeindegebiet“, ergänzte Hadersbeck. Es gebe kaum Leerstände. Der Druck auf Gemeinderäte und Bürgermeister, Grundstücke auszuweisen und Wohnraum zu schaffen, sei immens. Neben dem Baugebiet am Eichenweg mit 16 Einfamilienhäusern sei es vorrangiges Ziel, Baulücken zu schließen. Dazu gehöre eben das Rösch-Areal zwischen Jahnstraße und Friedhofsweg, wenn der Reiterhof in den Süden der Altenstadter Flur aussiedle. Die Bauarbeiten dafür sind bereits im Gange.

Mit gut 40 Sozialwohnungen in der Gemeinde sei man „gut positioniert“, kommentierte der Rathauschef. Dennoch wolle man da einen leichten Zuwachs anstreben. Positiv sei die Versorgung vor Ort zu bewerten. Sowohl bei den Einkaufsmöglichkeiten als auch in der ärztlichen Versorgung sei die Schönach-Gemeinde gut aufgestellt Hadersbeck appellierte daran, das Angebot auch zu nutzen. „Manche Gemeinden müssen sehr darum kämpfen, eine Versorgung vor Ort zu haben“, gab er zu bedenken.

Sattes Plus bei Gewerbesteuer
Einen starken Zuwachs gab es im Jahr 2016 bei der Gewerbesteuer, die Betriebe entrichten müssen. Die Einnahmen stiegen da auf 1,4 Millionen Euro. 2015 waren es 821 000 Euro. Investitionen 2017 sind der Breitbandausbau im Außenbereich, das Leichenhaus Altenstadt, die Attraktivierung des Sportgeländes in Schwabniederhofen sowie ein Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr in Altenstadt - entweder von den Herstellern VW oder Mercedes, das den bisherigen VW aus dem Jahr 1990 ablöst. Von der Höhe der Investition war auch der Gemeinderat überrascht: Es ist mit 85 000 Euro für dieses Fahrzeug zu rechnen.  

Geburten und Sterbefälle
Im vergangenen Jahr gab es in Altenstadt 24 Geburten, in Schwabniederhofen waren es fünf; Sterbefälle waren es in Altenstadt 19, in Schwabniederhofen war einer zu verzeichnen. 24 Paare aus der Gemeinde gaben sich 2019 das Ja-Wort. Altenstadt zählt 2828 Einwohner, Schwabniederhofen 680.   jj