Wozu die Landrätin Stellung bezogen hat

Landrätin Andrea Jochner-Weiß auf der Bürgerversammlung im Gasthof Janser.

Die Situation in der Krankenhaus GmbH des Landkreises Weilheim-Schongau ist bei Anfragen auf der Altenstadter Bürgerversammlung angesprochen worden. Hermann Reich aus Altenstadt, Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, hatte das Thema als erster aufs Tablett gebracht. Reich fragte bei Landrätin Andrea Jochner-Weiß nach, wie es um das Miteinander der Verwaltung und der Beschäftigten bestellt sei und was es mit Entlassungen am Krankenhaus auf sich hat. Ferdinand Fischer (Schwabniederhofen) verwies auf Wechsel in der Ärzteschaft. Und Johann Kastner (ebenfalls Schwabniederhofen) hakte nach, als Landrätin Jochner-Weiß den Abbau des enormen Defizits (zuletzt 4,6 Millionen Euro) als wichtige Aufgabe erklärte. Er wollte wissen, wie viel die Krankenhaus GmbH denn schon an Abfindungen zahlen musste. Das sei mit Sicherheit ein sechsstelliger Betrag.

Landrätin Jochner-Weiß antwortete: „Es is ned leicht, wenn man ein Krankenhaus umstrukturiert.“ Sie räumte ein, dass es in der Krankenhaus GmbH in den vergangenen drei Jahren „riesige Veränderungen“ gegeben habe. Im Vordergrund stünde, bei den Umstrukturierungen „das Personal mitzunehmen“. In manchen Fällen müsse man sich auch von Mitarbeitern trennen. 

Zu den Stichwörtern Arbeitsklima und Missstände entgegnete sie: „Do weard ganz vui, vui erzählt.“ Gewiss habe es Schwierigkeiten gegeben. Es sei anfangs nicht leicht gewesen für den Geschäftsführer (Thomas Lippmann, Anmerkung der Redaktion), der 2014 aus dem Osten der Republik nach Schongau kam und „neue Wege“ eingeschlagen habe.

Die Landrätin, die noch vor den Bürgeranfragen in ihrem Kurzbericht die Investitionen an Schulen und an den Krankenhäusern in den Mittelpunkt rückte, verwies darauf, dass die Personalräte an den Kliniken in Weilheim und Schongau bei gravierenden Veränderungen, Kündigungen und Abfindungen immer eingebunden seien. Wenn jemand einen speziellen Fall vorbringen möchte, so sei sie zu einem Gespräch unter vier Augen bereit. Ein weiterer Bürger aus Schwabniederhofen machte, nachdem Bürgermeister Hadersbeck die Versammlung geschlossen hatte, davon noch spät am Abend Gebrauch.

Bürgermeister und Kreisrat Albert Hadersbeck nannte die Veränderungen am Krankenhaus  ein „schwieriges Thema“. Dies sei aber nicht nur in der Klinik, sondern heutzutage in vielen Bereichen der Arbeitswelt auszumachen.

Investitionen in Berufsschule
In ihrem Kurzreferat ging Jochner-Weiß zuvor auf die beachtlichen Investitionen an den Schulen ein - insbesondere auf den 65 Millionen Euro teuren Neubau der Berufsschule in Weilheim. Das komme aber insbesondere der Ausbildung im Handwerk zugute. Schließlich gelte es, die Werkstätten entsprechend auszustatten. Jetzt stünde in der Werkstatt der Landtechniker ein Bulldog, der so alt sei wie sie, also "ein Oldtimer", sagte Jochner-Weiß mit einem Schmunzeln. jj